Montag, 8. Juni 2015

How I've become a fangirl.

Vor ungefähr 3 1/2 Jahren bin ich über Nacht zum Fangirl mutiert. Auch wenn ich es da noch nicht wusste: Eine Zeit des Leidens, des pleite seins und der komische Blicke hatte begonnen. Aber gleichzeitig war es auch einer der besten Entscheidungen meines Lebens. Okay nein, man entscheidet sich nicht ein Fangirl zu werden, sondern man wird es einfach.
Ich habe mich auch vorher schon mit Musik und Künstlern beschäftigt, aber nie so obsessiv wie nach der 1. Staffel The Voice 2011-12. Auch wenn es sich verdammt kitschig anhört, hätte Rea Garvey in diesem einen Moment nicht diesen Buzzer gedrückt würde mein Leben heute vermutlich anders aussehen.  Was folgte war nämlich eine große Liebe für Michael Schulte, die bis heute anhält. Und mit dieser Liebe kamen Freundschaften, Reiselust und Selbstbewusstsein.

Aber gut, fangen wir von vorne an. Ich war nie ein Castingshowfan und hatte auch nicht vor einer zu werden. Aber The Voice hörte sich vielversprechend an und so habe ich also mal reingeschaut und es lieben gelernt. Schnell hatte ich Favoriten gefunden, aber es dauerte nicht lange bis sich Michael als absoluter Favorit herauskristallisierte. Er wurde Dritter und sein Song 'Carry Me Home' lief in Dauerschleife. Schon während der Show hatte sich eine wahre Pinnwandcrew bei ihm auf Facebook gebildet, doch ich war zu schüchtern um mitzumischen und hatte Angst, dass meine Mitschüler mich damit aufziehen könnten. Aber fleißig mitgelesen habe ich fast von Anfang an. Irgendwann war mir das aber zu dumm und ich habe mir ein zweites Facebookprofil erstellt, wo ich in Ruhe fangirlen konnte, haha. Ich finde es bis heute interessant, wie schnell man sich doch näher kommt, wenn man einen gemeinsamen Nenner, in diesem Fall die Vorliebe für die Musik eines Lockenkopfes, hat. Ich war immer noch schüchtern und auch dadurch, dass ich erst später dazugekommen war, war ich lange nicht mittendrin in der Schulte-Family, aber dafür bin ich im Nachhinein fast dankbar. War aber auch egal, denn was viel schlimmer war: Ich wollte auf ein Konzert und es gab hier in der Gegend keins. Meine einzige Konzerterfahrung war ein Open Air Auftritt von Marlon Roudette gewesen, aber das auch eher durch Zufall. Aber irgendwann kam der Tag dann: Mein erstes Schulte Konzert beim Hammer Summer in..wer hätte es gedacht?..Hamm. Noch heute ist dieser Tag legendär, weil es einfach die ganze Zeit geregnet hat und wir alle ewig durchnässt waren, aber das war egal. Ich habe das erste Mal Leute aus dem bösen Internet getroffen und gemerkt, dass es gar nicht so schwierig ist. Und: Ich habe fast das gesamte Konzert mitgefilmt. Abgesehen von 2 Songs wirklich JEDEN EINZELNEN. Ein Unding aus heutiger Sicht, 1-2 Songs filme ich auch heute noch gerne, aber das ist die absolute Schmerzensgrenze. Am nächsten Tag wurde dann in stundenlanger Kleinstarbeit, wegen unglaublich schlechten Internets, jeder Clip auf YouTube hochgeladen. Naja, habe ich jetzt immerhin eine gute Erinnerung. Autogramme und Fotos gabs natürlich auch und ich war so so aufgeregt, aus heutiger Sicht richtig süß, haha.
In den folgenden Monaten kam dann die Liebe zur Musik so richtig durch. Mein Musikkonsum stieg rasand an, meine Konzertsucht entwickelte sich langsam aber sicher und ich entdeckte immer mehr Musiker, die mich begeisterten. Durch Facebook und dann auch Twitter (was ich mir natürlich auch nur wegen Schulti gemacht hatte) entwickelten sich echte Freundschaften, die auf der Musik basierten und bis heute bin ich froh sagen zu können, dadurch Freunde in ganz Deutschland zu haben. Die Anzahl der Kilometer um zum Konzert zu kommen schnellte in die Höhe und die Zugfahrten zu Konzerten wurden zum Ritual. Autogramme stapelten sich und die Fotogalerie entwickelte sich. Durch Fanfiktions habe ich das Schreiben, was mir schon immer so viel bedeutet hat, wieder aufgenommen und es geschafft, am Ende eine in sich geschlossene Geschichte zu beenden und sogar für mich und meine Freunde drucken gelassen.
Ich bin älter geworden und habe einige Verhaltensformen im Bezug aufs Fangirl abgelegt, doch ich beginne trotzdem oft genug zu hyperventillieren, wenn neue Songs oder Konzerte angesagt werden oder fange an zu sabbern, wenn der eine oder andere ein Bild postet. Mein Fangirling hat sich vom Musikfandom etwas ins YouTube - Fandom sowie in Serienfandoms ausgeweitet, jedoch ist der Schwerpunkt geblieben.
Durch das Kennenlernen von so vielen verschiedenen neuen Menschen, durch das eigenständige Reisen durch die ganze Republik, bin ich selbstbewusster geworden. Ich habe etwas gefunden wofür ich brenne, was mein Ding ist. Ich habe gelernt, dass es egal ist, ob andere mich für verrückt oder für einen Groupie halten, solange es mich glücklich macht und ich mich gut damit fühle. Und verdammt, das tu ich. Früher habe ich mich nicht getraut mit Merch in die Schule zu gehen - zu viel Angst vor Kommentaren oder komischen Fragen. Heute gibt es mir Kraft.

Natürlich gibt es immer wieder extreme Arten des Fanseins, die keinesfalls unterstützenswert sind, doch eine gesunde Prise Fangirling hat noch niemanden geschadet, im Gegenteil, mein Leben hat sie so unfassbar bereichert.
Joa, ich dachte ich teile mal meine Fangirlinggeschichte mit euch - was ist eure?
Liebe Grüße, Sophia.

3 Kommentare:

  1. Das klingt so schön nach Freiheit und Glück, nach tollen Erfahrungen und viel Liebe und das ist verdammt schön zu lesen.
    Danke an die Musik!

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  2. Auch wenn ich eher das YouTube Fangirl bin, kann ich dich so gut verstehen. Das "Fangirlsein" gibt mir unglaublich viel Kraft und irgendwie unterstützt es mich auch in schwierigen Zeiten. Hört sich blöd an, ist aber so. Ich hoffe ich werde noch lange Fangirl bleiben ♥ Schön deine Geschichte zu lesen :) Deine E. ♥

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  3. Wow, 3 1/2 Jahre ist es nun schon alles her! Ich weiß noch ganz genau, wie ich ein paar Tage nach dem Finale auf dem Parkplatz des Radiosenders hier stand und plötzlich Michael neben mir stand! Dabei hatte ich vor wenigen Tagen noch gedacht, ich würde ihn nie auf einem Konzert oder so sehen können, wie bei den anderen Musikern, deren Musik ich damals gehört hatte.
    So viel Zeit ist vergangen! Und ich bin wirklich glücklich, dass wir uns über diesen Lockenkopf kennen gelernt haben! Jaja, das böse Internet - Manchmal ist es auch mal ganz lieb!
    Bis hoffentlich bald!

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